Chancen und Risiken für BRK.B-Aktionäre
Die Nachfolge eröffnet Berkshire Hathaway mehrere Chancen. Der Konzern verfügt weiterhin über eine starke laufende Mittelgenerierung aus Versicherungen, Eisenbahnen und Energie. Diese Cash-Generierung verschafft Greg Abel Spielraum für Rückkäufe, Beteiligungen und Übernahmen. Ein erfolgreicher Übergang könnte zudem das Vertrauen der Aktionäre in Berkshires Kapitaldisziplin bestätigen.
Gleichzeitig steigt das Personenrisiko, auf Englisch Key-person risk. Greg Abel und Howard Buffett müssen ihre Fähigkeiten in den neuen Rollen noch über einen vollständigen Marktzyklus beweisen. Das gilt insbesondere für Entscheidungen in fallenden Märkten, bei hohen Bewertungen oder während wirtschaftlicher Belastungen.
Hinzu kommen das Kapitalallokationsrisiko und das Bewertungsrisiko. Neue Führungskräfte könnten eigene Akzente setzen, deren Qualität sich erst Jahre später beurteilen lässt. Werden große Summen zu ungünstigen Preisen investiert, kann der Bargeldabbau zwar kurzfristig dynamisch wirken, langfristig aber den Unternehmenswert belasten.
Für Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt ein weiterer Punkt hinzu: Berkshire Hathaway ist ein diversifizierter US-Konzern, aber kein klassischer breit gestreuter Fonds. Versicherungen, Eisenbahnen, Energie und börsennotierte Beteiligungen bilden ein starkes Konglomerat, doch Aktienkurs und Geschäftsentwicklung bleiben von allgemeinen Marktrisiken abhängig. Investitionen in Aktien können zu Kursverlusten bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.