AWS will die Lieferantenabhängigkeit senken
Amazon entwickelt bereits eigene KI-Chips namens Trainium und Inferentia. Eine übergreifende Softwareschicht könnte diese Strategie beschleunigen, weil Kunden und interne Anwendungen leichter zwischen verschiedenen Plattformen wechseln könnten. Die entscheidende Frage lautet daher: Muss AWS künftig noch so stark auf Nvidia angewiesen sein, wenn alternative Chips ohne hohe Anpassungskosten eingebunden werden können?
Für Nvidia ist das ambivalent. Der insgesamt wachsende Bedarf an KI-Rechenleistung dürfte den Einsatz seiner Hardware weiterhin stützen. Zugleich könnte eine größere Austauschbarkeit die bisherige Marktmacht und Preissetzungsmacht begrenzen. Nvidia bliebe ein zentraler Anbieter, müsste sich aber möglicherweise stärker über Leistung, Verfügbarkeit und Softwareökosystem behaupten.
AMD könnte von sinkenden Wechselkosten profitieren. Wenn seine Rechenzentrums-Chips neben oder anstelle von Nvidia-Hardware eingesetzt werden können, erhält AMD leichter Zugang zu zusätzlichen KI-Arbeitslasten. Das wäre eine Chance, aber kein Automatismus. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung, die Quartalszahlen und die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Plattformen bleiben für die Aktienkurse wichtiger als ein einzelnes Softwaregeschäft.